Aktuelles

Januar 2019

Unser neues Mikroskop ist da! Ab jetzt können wir Ihnen die Zytologie Bilder direkt auf dem Bildschirm zeigen und die Therapie besprechen.

Das neue Mikroskop verfügt über  deutlich verbesserte Objektive, die im Vergleich zu herkömmlichen Veterinärmikroskopen, eine vielfach höhere Detailerkennbarkeit liefern. Damit ist eine bessere Diagnostik gegeben.




13.01.2019

Gedanken zum Thema Tierärztlicher Notdienst der Tierärztekammer Nordrhein von Dr. Viola Hebeler

Schreck am Abend… Der Hund ist krank! Tierbesitzer merken es immer öfter, es ist nicht mehr so einfach, für einen „tierischen“ Notfall nachts oder am Wochenende tierärztliche Hilfe zu bekommen. Tierarztpraxen haben geschlossen, bei Anrufen erreicht man nur die Mailbox, und
auch bei der Tierklinik im Nachbarort (die seit neuestem Tiergesundheitszentrum heißt) ist keiner mehr da. Was ist da passiert? Tierärzte sind doch dazu da, Tieren zu helfen, wenn Not am Mann ist - und wie weiland James Herriot - ständig und immer. Oder nicht?

Im Grunde hat das Problem mehrere Ebenen, die sich seit neuestem unglücklich addieren.

Arbeitszeitgesetz
Ständigen Notdienst anzubieten, ist für Praxen mit Angestellten fast unbezahlbar geworden. Ein neues Urteil zum Arbeitszeitgesetz hat eine unerfreuliche Tatsache in den Fokus gebracht, die seit Jahrzehnten gern übersehen wurde. Angestellte Tierärzte, die Notdienst leisten, also nachts oder am Wochenende arbeiten, bekamen fast nie die vorgeschriebene Ruhezeit von 11 Stunden nach einer solchen Schicht. Um diese Ruhezeit aber gewährleisten zu können, müssen natürlich mehr Tierärzt/innen eingestellt werden.

Das, aber, rentiert sich nicht. Nun könnte man argumentieren, dann muss so eine Leistung eben durch andere Leistungen quersubventioniert werden, und quasi als Dienst am Kunden zu nicht kostendeckenden Tarifen angeboten werden. Dies, jedenfalls, ist die Einstellung vieler  Tierbesitzer. Leider ist es seit Jahrzehnten stetig schlechter um die wirtschaftliche Lage der deutschen Tierärzte bestellt, so dass jetzt einfach kein Spielraum mehr ist. Ein Blick auf die Statistik der Durchschnittseinkommen verschiedener Berufe zeigt dies überdeutlich.

Rentabilität

Tierärzte dürfen in Deutschland nur innerhalb eines gesetzlich festgesetzten Gebührenrahmen abrechnen. Dieser Rahmen wird vom Umweltministerium nach Absprache mit den großen Tierhalterorganisationen (Bauernverband, Verband für das Deutsche Hundewesen und die Deutsche Reiterliche Vereinigung) festgesetzt. Die letzen Gebührenerhöhungen waren 1998, 2008 und 2018, jeweils um 10 oder 12 Prozent. Das deckte noch nicht einmal die Inflation, von den jahrelangen Vorfinanzierungen bis zur nächsten GOT-Erhöhung ganz abgesehen, und es heißt konkret, dass der tierärztliche Gewinn seit 20 Jahren stetig gesunken ist. Von einem Beruf mit gutem Image, hoher Stundenzahl aber ordentlichen Verdienstmöglichkeiten scheint nur die Stundenzahl geblieben zu sein. Bei den Verhandlungen zur tierärztlichen Gebührenordnung werden Interessen von Tierhaltern regelmäßig über das berechtigte Interesse der Tierärzte gestellt. Bei den letzten Verhandlungen gestand der zuständige Minister zu, dass eine 20%ige Erhöhung durch den Anstieg der Grundkosten (Miete, Personal, Ausstattung, Energie, etc.) sachlich absolut berechtigt sei, er aber nur einer 12%igen Erhöhung zustimmen könne, damit Tierhalter nicht abgeschreckt würden, mit dem Tier zum Tierarzt zu gehen.

Da Tierärzte sich nicht wehren, sondern wie ihre Patienten still leiden, gab es durch die jahrzehntelang sinkende Rentabilität lange Zeit nur interne Verschiebungen. Die Gewinne und damit die Einkommen der Praxisinhaber sanken seit den 80ern langsam, aber stetig, und die Gehälter der Angestellten gingen denselben Weg. Viele (schlecht bezahlte) angestellte TierärztInnen suchten den Weg in die Selbständigkeit in der Hoffnung, das eigene Einkommen dadurch zu verbessern. Dadurch erhöhte sich die Anzahl der Praxen wesentlich, aber natürlich verteilte sich das Patientenaufkommen auch entsprechend, so dass für jede Praxis letztendlich im statistischen Mittel weniger übrig bleibt, während Grundkosten wie Miete, Energie und Personal stetig stiegen.
Auf einen Rechnungsbetrag von 100 Euro müssen Tierbesitzer noch 20 Euro Mehrwertsteuer zahlen, aber am Ende bleiben für den Praxisinhaber im nach Abzug aller Unkosten, Sozialabgaben und Steuern lediglich 8 bis maximal 16 Euro übrig. Davon kann man keine großen Sprünge machen.

Für eine Erhöhung der Personaldecke, um das Arbeitszeitgesetz einhalten zu können, reicht der Umsatz in immer mehr Praxen und Kliniken nicht mehr aus. Und die Praxen, die dringend einstellen wollen, finden keine Tierärzt/innen mehr, die im Schichtdienst arbeiten wollen, wie es eine Rund-um-die-Uhr Versorgung erfordert. Für ein realistisches Gehalt von 2000 bis 3000 Euro will heutzutage niemand mehr nachts und am Wochenende arbeiten.

Wer jetzt entsetzt ist, frage sich kritisch, ob er bereit wäre, mehr Geld beim Tierarzt zu bezahlen. Im Gegensatz zu fast allen anderen westeuropäischen Ländern ist Tiermedizin in Deutschland tatsächlich sehr billig.

Work-Life-Balance
Für den Zusammenbruch des Notdienstsystems gibt es aber noch mehr Gründe als das schnöde Geld allein. Seit vielen Jahren ist Tiermedizin zu einem fast ausschließlich weiblichen Beruf geworden. 9 von 10 Absolventen sind Frauen. Für diese ist der Familienalltag wichtiger als für Männer. Familienfreundliche Arbeitszeiten, Teilzeitstellen, aber auch kleine Praxen, die wegen der Kinder nur wenige Stunden täglich geöffnet sind, sind inzwischen prägende Einflüsse in der Berufslandschaft. Work-Life-Balance ist das Schlagwort des Jahrzehntes geworden. Der tierärztliche Nachwuchs ist es schlicht leid, für ein Butterbrot überdurchschnittliche Dienste in einem fachlich und emotional extrem anspruchsvollen Job zu leisten.

Und die Praxisinhaber?
Aber halt, da gibt es doch noch die Praxisinhaber, für die kein Arbeitszeitgesetz gilt. Warum machen die nicht den Notdienst und helfen den Tierbesitzern in Not, wozu sie ja eigentlich moralisch verpflichtet sind?

Hier ist es vielleicht an der Zeit, sich den normalen Tagesablauf einmal zu vergegenwärtigen. Auf einen Notdienst, also nächtliche Bereitschaft und Versorgung von Notfällen, folgt für einen selbständigen Tierarzt kein Ruhetag, sondern es geht jeden Morgen, wie gewohnt, mit der
normalen Arbeit weiter. Gleiches gilt für durchgearbeitete Wochenenden.

Als man als Tierarzt noch gutes Geld verdiente, und sich auch irgendwann einen ordentlich bezahlten Assistenten leisten konnte, konnte ein Tierarzt das für eine gewisse Zeit aushalten. Heutzutage ist das durch das gesunkene Einkommen aber zum Dauerzustand über viele, viele Jahre verkommen, und das hält physisch und psychisch kaum jemand aus. Die emotionale Belastung durch den ständigen Umgang mit leidenden Tieren und gestressten Besitzern ist nicht zu unterschätzen. Alkoholismus- und Burn-out Raten unter Tiermedizinern sind spektakulär hoch, und jeder praktizierende Tierarzt kann erklären, woher das kommt.

Anspruchsdenken der Tierbesitzer

Insbesondere erschwert, und hier sollten Tierbesitzer genau mitlesen, wird der Notdienst, wenn die Nacht- oder Wochenendruhe gestört wird mit Anfragen, die keine Notfälle sind. Ob es der Durchfall des Hundes seit 4 Tagen ist, der am Samstag nachmittag plötzlich als wirklich beunruhigend und lästig empfunden wird, ein Katzenbesitzer nachts um drei für eine einfache Frage anruft, die ihn plötzlich umtreibt und nicht schlafen läßt, oder ob der Notdienst einfach aufgesucht wird, um lästige Wartezeiten zu vermeiden, all dies sind gefühlte Rücksichtslosigkeiten, die den Notdienstleistenden zusätzlich belasten. Umfragen unter Notdienst leistenden Tierärzten ergeben, dass solch Verhalten zunehmend häufiger anzutreffen ist.

Während der Tierarzt früher oft durchschlafen konnte, und das Telefon nur für echte Notfälle klingelte, für die jeder Tierarzt sofort und gern aus dem Bett springt, spiegelt der Notdienst heutzutage oft mangelnden gesunden Menschenverstand, schlichte Unkenntnis über
Bagatellerkrankungen, und manchmal sogar blanken Egoismus wieder. Aussagen, dass im Notdienst die Wartezeit kürzer sei, oder man ja ansonsten für den Tierarztbesuch Urlaub nehmen müsste, sind nicht dazu angetan, einen freiwilligen Nachtarbeiter aufzuheitern. Über dieselben Entwicklungen beklagen sich im übrigen auch Krankenhäuser.

Und dann für umsonst?
Was die Arbeit im Notdienst nicht leichter macht, ist dass die Zahlungsmoral häufig schlecht ist. Es wird über „Abzocke“ geschimpft, wenn es außerhalb normaler Arbeitszeiten deutlich teurer ist, und manchmal wird schlicht und einfach gar nicht gezahlt. Ohnehin scheint es wenig bekannt zu sein, dass tierärztliche Praxen kleine Betriebe sind, die ihre Unkosten wieder hereinbringen müssen, wollen sie nicht pleite gehen. Je nach Lage und Ausstattung sind die Unkosten unterschiedlich und daher nicht miteinander vergleichbar.

Bei Tierärztinnen kommt noch hinzu, dass sie sich nachts allein mit fremden Kunden nicht immer sicher fühlen. Berichte von angetrunkenen Besitzern, die laut werden oder mit Tätlichkeit drohen, wenn sie bezahlen sollen, sind zwar noch selten, kommen aber leider vor.
All das führt dazu, dass immer mehr Tierärzt/innen zu dem Schluss kommen, dass der ständige Notdienst sie kaputt macht, und es die Sache einfach nicht wert ist.

Finanzspritze zur Gesundung des Systems
Gerade Kliniken, die einen ganzen Apparat mit Hilfspersonal und teuren Geräten vorhalten müssen, konnten von dem geringen Zuschlag zu Notdienstzeiten ihr Personal schon vor der konsequenten Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes kaum bezahlen oder gar alle Unkosten decken. Jetzt ist es gar nicht mehr zu finanzieren.

Zugegeben, für den Tierhalter ist eine verdoppelte Rechnung erstmal happig, dennoch ist Fakt, dass Klinikinhaber mit so einer Abrechnung noch reichlich Minus machen. Betriebswirtschaftler haben errechnet, dass eine kostendeckende Notdienstversorgung durch Angestellte nur zum 5 fachen des normalen Satzes gewährleistet werden kann. Weil die tierärztlichen Berufsordnungen vorschreiben, dass eine Klinik einen 24/365 Notdienst gewährleisten müssen, um sich „Klinik“ nennen zu dürfen, haben inzwischen viele Kliniken ihren Status zurückgegeben. Sie haben nur reduzierte Öffnungszeiten und haben sich einen Namen gegeben, der mit keinen Auflagen gekoppelt ist - wie etwa Tiergesundheitszentrum.

All dies sind Facetten eines komplexen Systems. Gelöst werden könnte es nur durch wesentlich höhere Tarife, aber dazu müsste auch der Gesetzgeber anerkennen, dass die Tierärzteschaft inzwischen an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gebracht wurde und dass es Zeit ist, die Interessen der Tierärzteschaft gleichwertig mit denen der Tierhalter zu behandeln.

Betrachtet man die jährlich steigenden Umsätze von Tierfutter- und Zubehörhandel, zeigt sich, dass Geld für Tiere da ist und dass die Gewinnmargen dieser Branche die von Tierärzten weit übersteigen. Dennoch wird der Leiter eines Zoofachhandels wesentlich seltener als Abzocker bezeichnet als ein Tierarzt im Fernsehen. Die Schere zwischen öffentlicher Wahrnehmung und Realität des Tierarztberufes klafft bedrohlich weit auseinander.

Betrachten wir zum Abschluss den Notdienst eines Schlüsseldienstes. Jeder weiß, dass es richtig teuer wird, wenn man außerhalb normaler Zeiten, den Schlüssel im Haus vergessen hat und der Schlüsseldienst kommen muss. Solche Abrechnungen fürchtet jeder, aber niemand sonst hat die Kompetenz, um verschlossene Türen zu öffnen und einen aus der Kälte wieder ins Haus zu lassen. Schlüsseldienste können so abrechnen, dass sie ihre Mitarbeiter für die Nachtschichten ordentlich bezahlen können und alle weiteren Unkosten gedeckt sind.

Möglicherweise ist das Problem der deutschen Tierärzte auch einfach, dass sie nicht nur respektiert, sondern auch noch gemocht werden möchten…


24.12.2018

"Zusammenkommen ist ein Beginn,

Zusammenbleiben ist ein Fortschritt,

Zusammenarbeit ist ein Erfolg!"

(Henry Ford)

Mit diesem Weihnachtsgruß verbinden wir unseren Dank für die angenehme Zusammenarbeit

und wünschen für das neue Jahr Gesundheit, Glück und Zufriedenheit!




Artikel Lestarius
LSA_Lestarius_Nov18_Arzt.pdf (1.65MB)
Artikel Lestarius
LSA_Lestarius_Nov18_Arzt.pdf (1.65MB)


1.11.2018

Unser Team wächst weiter. Wir durften heute unseren neuen Lehrling Janine Kastner begrüßen.  Sie beginnt heute die dreijährige Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten. Wir wünschen ihr viel Freude am Beruf und einen erfolgreichen Abschluß. Sie werden sie überwiegend Montag- Mittwoch/Donnerstag in der Praxis antreffen, am Freitag besucht Janine die Berufsschule in Magdeburg.


4.08.2018

Badedermatitis und Otitis

Ja es ist heiß in Sachsen-Anhalt! Auch unseren Vierbeinern! Deshalb nutzen viele Hunde jede Gelegenheit ins Wasser zu springen, wo es nur geht. Dies hat aber bei einigen Hunden, besonders bei denen mit viel Unterwolle, den Nachteil, dass die Haut und häufig auch die Ohren In Mitleidenschaft gezogen werden. Es kommt zu lokalen Entzündungen durch die Vermehrung von Hefepilzen (Malassezia pachdermatis). Diese gehören zur normalen Hautflora, können sich aber durch Feuchtigkeit und Wärme explosionsartig vermehren und das natürliche Hautgleichgewicht zum kippen bringen.

Wieso riechen Hunde mit Malassezien-Dermatitis oder Otitis häufig so unangenehm?

Die Oxidation der ungesättigten Fettsäuren in der Haut durch die Malassezien und die Wirkung der zahlreichen von ihnen produzierten Enzyme, v.a. Proteasen und Lipasen, lassen kurzkettige Fettsäuren entstehen, die einerseits den typischen "ranzigen" Geruch des Patienten verursachen, andererseits die Haut irritieren, Entzündungen weiter fördern, evtl. zusätzlich allergische Reaktionen auslösen, also den Pruritus (Juckreiz) weiter verstärken . Ein Circulus vitiosus, dem zunächst nur durch Behandlung der Malassezien Einhalt zu gebieten ist.

Wie werden Malassezien nachgewiesen?

Es stehen verschiedene Methoden zum Nachweis von Malassezia pachydermatis zur Verügung. Unter Praxisbedingungen haben sich die zytologischen (mikroskopischen) Untersuchungen nach Anfärbung des Präparates besonders bewährt, da sie schnell, einfach, zuverlässig und kostengünstig durchzuführen sind.

Behandlung?

Die Behandlung ist mit ein bißchen Aufwand verbunden. Gegen die Hautentzündung gibt es ein spezielles Shampoo, dieses wird mehrmals wöchentlich angewendet und sollte mindestens 10 Minuten einwirken. Der Behandlungserfolg ist in den meisten Fällen sofort zu riechen. Die Ohren werden i.d.R. täglich behandelt mit speziellen Ohrreinigern, die den pH-Wert im äußeren Gehörgang absenken. Die Behandlung sollte so lange erfolgen, bis die Zytologie wieder eine normale Anzahl/Hautflora bestätigt. Antibiotika helfen an dieser Stelle nicht, da es sich um einen Pilz handelt. Ziel ist auch nicht die 100% Eliminierung, sondern die Reduktion auf eine physiologische Zahl.


27.07.2018

Heute hat die Firma Scil unsere neuen Laborgeräte installiert. Ab sofort können wir neben der erweiterten Blutchemie (Leber, Niere, Mineralien, Bauchspeicheldrüse, ...) auch Werte wie Fruktosamin (Langzeitzucker), Phenobarbital, T4(Schilddrüse) und vieles mehr direkt in der Praxis bestimmen und die fertigen Ergebnisse stehen nach bereits 8 Minuten zur Verfügung. Somit werden wir weiter unabhängig von externen Laboren, benötigen eine viel kleinere Menge an Blut und können an Wochenenden und v.a. auch in Notdiensten direkt Krankheiten ausschließen oder bestätigen. Damit können gezielte Therapien 24 Stunden schneller eingeleitet werden.

6.06.2018

Zwingerhusten in Merseburg

Aktuell treten gehäuft Zwingerhusten Fälle in Merseburg und Umgebung auf.

Als Zwingerhusten (auch: Infektiöse Tracheobronchitis) wird eine Erkrankung der oberen Atemwege von Hunden bezeichnet. Die Infektionskrankheit kann durch verschiedene Erreger ausgelöst werden. Typisch für die Erkrankung ist ein trockenes Husten. Zum Zwingerhusten-Komplex gehören das Canine Parainfluenzavirus Typ 2 (CPiV-2) und das Bakterium Bordetella bronchiseptica, welches auch an der Ausbildung des Katzenschnupfen-Komplexes beteiligt ist. Außerdem sind das Canine Adenovirus Typ 2 (CAV-2), das Canine Herpesvirus 1 (CHV-1) und das Canine Reovirus mögliche Erreger der Erkrankung.

Typisch für den Zwingerhusten ist ein lautes, trockenes, würgendes Husten, das zunächst an einen verschluckten Fremdkörper denken lässt, den der Hund aushusten möchte. Bei schweren Verläufen geht die Erkrankung mit hohem Fieber einher.

Weshalb erkranken aktuell auch geimpfte Hunde?

Der aktuelle Impfstoff (5fach/6fach Impfung), in unserer Praxis aktuell Nobivac SHPPiL4T enthält das Canine Adenovirus Typ 2 und das Canine Parainfluenzavirus, nicht aber  das Bakterium Bordetella bronchiseptica. Dieses Bakterium ist verwandt mit dem Keuchhustenerreger Bordetella pertussis, beide Erreger können eine direkte Infektion auslösen, ohne Viren als Wegbereiter zu benötigen.

Für gefährdete Hunde (Ausstellungen, Hundeplatz, Tierpension, Urlaubsreisen, "arbeitende" Hunde mit viel Kontakt zu anderen Hunden und Menschen) gibt es die Möglichkeit eine zusätzliche Impfung intranasal durch zu führen.

Es gibt den Impfstoff Nobivac BbPi, der sowohl Bordetella bronchiseptica als auch Canines Parainfluenzavirus enthält. Hierbei handelt es sich um einen Lebendimpfstoff. Es ist keine Grundimmunisierung notwendig, der Impfschutz gegen Bordetella bronchiseptica beginnt 72 Stunden nach der Impfung, gegen das Canine Parainfluenzavirus 3 Wochen nach Impfung. Die Impfung erfolgt nasal, der Hund bekommt 0,4 ml der Impflösung in die Nase getropft. Die Immunität hält 1 Jahr.


Mai 2018 unsere neue Zahnstation ist da!

1.05.2018 

Schneckenkornvergiftung bei Hund und Katze

Schnecken sind unerwünschte Gäste im Garten, da greift man gerne zu Schneckenkorn um diese zu beseitigen. Doch Vorsicht für alle Tierbesitzer: Die blauen Körner sind giftig für Hunde und Katzen. Irreführend sind bei dem Schädlingsvernichter außerdem fehlende Warnhinweise. Oft steht auf der Packung nur „schont Igel und andere Nützlinge“. Viele Tierhalter setzen die Körner gegen Nacktschnecken deshalb mit gutem Gewissen ein.

Schneckenkorn enthält sehr häufig den Wirkstoff Metaldehyd. Metaldehyd reizt die Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt und passiert die Blut-Hirn-Schranke.  Die ersten Symptome einer Metaldehydvergiftung treten etwa 30 Minuten bis 3 Stunden nach Aufnahme auf.  Die Metaldehydvergiftung ist durch zentrale Krämpfe und Fieber (42-43°C) gekennzeichnet. Vergiftete Tiere können innerhalb von 4-24 Stunden an einer disseminierten intravasalen Gerinnung  und/oder an einem Atemversagen sterben. Bei Hunden können 2-3 Tage nach dem Ausbruch der akuten Vergiftung Symptome einer Leberinsuffizienz auftreten. Generell wird die vollständige Erholung nach 2-3 Tagen erwartet. Reversible Erblindungen können bis zu 3 Wochen bestehen.

Die akute orale Tödliche Dosis (50) beträgt 210-600 mg/kg Körpergewicht für Hunde und 207 mg/kg für Katzen.
Die Dekontamination und/oder Behandlung wird bei gesunden Hunden sowie Katzen ab einer Einnahme von 20-40 mg/kg Körpergewicht empfohlen. Dies entspricht einer circa Aufnahme von 1 g Schneckenkorn. (1 g Schneckenkorn enthält ca. 39 mg Metaldehyd)
 



11.01.2018  Die Wunderwelt des Zahnröntgens. Es bringt uns doch immer mal wieder zum Staunen, was für Befunde Katzen verstecken können.

 ein bißchen Zahnstein

 

hier fehlt die halbe Zahnwurzel!

FORL

Mit diesen Zähnen fressen Katzen sogar, aber Schmerzen haben sie trotzdem. Das Gemeine für Besitzer und Tierarzt: oberflächlich ist nichts zu sehen, es spielt sich alles unter dem Zahnfleischsaum ab.


Dezember 2017

Liebe Patientenbesitzer,

wir wünschen ein harmonisches Weihnachtsfeste,
für das neue Jahr das Allerbeste.
Schöne friedvolle Feiertage,
ohne Arbeit- keine Frage.
Auch einen fleißigen Weihnachtsmann,
der vorbeibringt, was er so tragen kann.
Machen Sie es gut, bis zum neuen Jahr,
gerne sind wir wie gewohnt für Sie da.


Wir sagen DANKE für Ihr Vertrauen, Ihre Treue und die angenehme Zusammenarbeit.

Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest, viel Glück, Gesundheit und Erfolg im neuen Jahr.

Ihr Praxisteam

November 2017

Zahnerkrankungen - FORL

FORL ist eine sehr häufige und schmerzhafte Zahnerkrankung der Katze.   "Feline Odontoklastische Resorptive Läsion"

Bis heute sind die Ursachen weitesgehend unbekannt. es kommt bei erkrankten Katzen zu einer Aktivierung körpereigener Zellen (Odontoklasten). Diese sind eigentlich für den Abbau der Milchzahnwurzeln zuständig während des Zahnwechsels. Bei erwachsenen Katzen sollten sie inaktiv sein. Bei Katzen mit FORL, werden die bleibenden Zähne aber von diesen Zellen angeknabbert und zerlöchert. Die Erkrankung beginnt meistens im Wurzelbereich und wird so von außen nicht gesehen. Viele Besitzer glauben, eine Katze mit Zahnschmerzen frißt schlechter. Die ist aber erst im Endstadium der Fall, ansonsten hätte die Katze zusätzlich zu ihren Zahnschmerzen auch noch Hunger. Wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, kann nur am narkotisierten Tier festgestellt werden. Defekte unterhalb des Zahnfleischrandes sind nur im Zahnröntgen sichtbar. Ist die Erkrankung weiter fortgeschritten werden Defekte der Zahnkrone, wie im  Bild am ersten Prämolaren zu sehen (im Seitenvergleich) auch nach einer gründlichen Zahnreinigung mit bloßem Auge sichtbar. Häufig können Besitzer auch ein hochwachsen des Zahnfleisches und starken Geruch beobachten. FORL ist leider nicht heilbar. Erkrankte Zähne müssen vollständig entfernt werden, damit sie nicht mehr wehtun. FORL ist kein Karies, deshalb bringen auch Füllungen oder Wurzelbehandlungen keine Verbesserung, die Otontoklasten arbeiten einfach an der nächsten Stelle am zahn weiter.

Bei jeder Untersuchung in unserer Praxis schauen wir uns die Zähne sorgfältig an (sofern die Katze dies zuläßt :-) ). Sollten Anzeichen für eine Zahnerkrankung vorliegen (Zahnstein, Mundgeruch, Zahnfleischentzündung, Zahnfleischwucherungen) werden wir ihnen zu einer gründlichen Zahnsteinentfernung  mit Zahnpolitur und vorherigem intraoralen Zahnröntgen in Narkose raten.   Zahnfleischentzündungen, wie sie durch Zahnstein entstehen, begünstigen die Entwicklung von FORL und den fortschreitenden Zahnverlust.


28.-29.10.2017

TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) Praxisseminar:  Schmerztherapie beim Kleintier

meine Wochenendbeschäftigung :-)

Die Schmerzbehandlung ist seit jeher eine der großen Domänen der Akupunktur. Kaum eine andere Methode kann so effektiv und schnell den Teufelskreis des Schmerzes unterbrechen. In diesem Seminar wird das Phänomen Schmerz aus Sicht der TCM dargestellt mit Beschreibungen der Kennsymptomen, des Pulses und den Schleimhäuten. Es werden hierbei zwei Phänomen unterschieden. Es gibt zu einem die Qi-, bzw. Blutstagnation, die sich als Schmerz äußert. Im einfachsten Fall treten diese Stagnationen lokal auf. Wenn sie jedoch über einen längeren Zeitraum bestehen, dann können die Zang-Organe, die bei dem Qi- und Blutfluss eine Rolle spielen, nämlich Leber, Milz und Herz, ebenfalls betroffen sein. Eine andere Form des Schmerzes wird durch die Bi-Syndrome beschrieben. Hierbei ist es wichtig, herauszufinden, um welches Bi-Syndrom es sich handelt, um entsprechend behandeln zu können. Beim Bi-Syndrom steht die Niere im Mittelpunkt, weil diese auf lange Sicht immer geschädigt wird und es dann zu degenerativen Erkrankungen kommt. Dementsprechend werden die chronischen Bi-Syndrome eher beim alten Tier gefunden und führen zu einer Verminderung der Lebensqualität. Auch hier bietet die Akupunktur die Möglichkeit, ohne Nebenwirkungen die Leiden der Tiere zu mindern und dadurch die Lebensqualität zu steigern.


Oktober 2017

Unsere neue Zahnröntgenanlage nimmt ihren Betrieb auf. Ab sofort können wir digitale intraorale Röntgenaufnahmen von ihren Tieren anfertigen. Damit ist jetzt auch eine Früherkennung von FORL-Patienten unter den Katzen möglich. Mit Hilfe der digitalen Technik ist auch die Erkennung kleinster Veränderungen im Bereich der Zahnwurzel möglich. Dies bedeutet für ihre Katze weniger Zahnschmerzen, denn es  können Veränderungen unterhalb des Zahnfleischsaumes ekannt und frühzeitig behandelt werden.  Weiterhin hielft uns das intraorale Röntgen bei der Beurteilung von Wurzelresten nach Zahnfraktur.



Oktober 2017

Unsere neue Internetseite ist online, jetzt gibt es auch wieder Aktuelles. :-)


16.07.2015:

erfolgreiche Prüfung zur Zusatzbezeichnung Akupunktur vor der Prüfungskommission der Tierärztekammer Sachsen-Anhalt

Alternative Tiermedizin in Merseburg

04.05.2015:

Unser Team wächst weiter… Wir freuen uns heute eine neue Mitarbeiterin vorstellen zu können. Seit dem 1.02.2015 verstärkt Susanne Lenz unser Team als Tiermedizinische Fachangestellte.

19.02.2015:

Neuer Downloadbereich für Dokumente:(Operation und Narkose Hund/Katze)

14.01.2015:

Zahnerkrankungen bei Hund und Katze – Die 2 größten Mythen

1. Hunde und Katzen haben keine Zahnschmerzen.

Ihr Tierzahnarzt in Merseburg

Ursache: Schwerwiegende Zahnprobleme werden meist zufällig während der jährlichen Routineuntersuchung entdeckt. Häufig haben die Besitzer gar keine Verhaltensänderung bei Ihrem Tier festgestellt, die Tiere fressen noch, manche kauen sogar noch auf harten Gegenständen.
Die Wahrheit: Studien haben gezeigt, dass Hunde und Katzen die gleiche Schmerzgrenze wie Menschen haben. Hunde und Katzen fühlen im gleichen Maße Schmerz wie der Mensch. Warum werden Schmerzen im Maul beim Tier dann so häufig übersehen? Die Erklärung für diese paradoxe Situation ist ziemlich logisch: Wenn ein Hund einen schmerzenden Zahn hat, hat er ein Problem. Wenn er daraufhin die Nahrung verweigert, hat er zwei Probleme: einen schmerzenden Zahn und Hunger. Aus Sicht des Hundes ist es besser, mit einem schmerzenden Zahn zu fressen, als dazu auch noch hungrig zu sein. Außerdem leben Hunde in einer strengen Hierarchie. Ein
Rudelmitglied, das Schwäche zeigt, wird seinen Status verlieren, aus dem Rudel ausgeschlossen oder sogar getötet. Daher verstecken Hunde ihren Schmerz. Ein
Tier, das aufgrund von Zahnschmerzen aufhört zu fressen, hat extreme Schmerzen.

Katzen leben nicht in einer sozialen Gemeinschaft, daher mag das oben ausgeführte Argument nicht gelten. Allerdings sind Katzen Beute von größeren Raubtieren und daher darauf bedacht, keine Schwäche zu zeigen.

Manche Tiere bevorzugen plötzlich weicheres Futter oder kauen nur noch auf einer Seite, wodurch sich auf der Gegenseite häufig viel Zahnstein anlagert. Manche Tiere sind matter, speicheln, belecken häufig die Vorderbeine oder reiben mit der Pfote am Maul. Auch Niesen, Nasen- oder Augenausfluß können ein Hinweis auf eine Zahnerkrankung sein.

Häufig berichten Besitzer nach einer erfolgreichen Zahnbehandlung, dass ihr Hund oder ihre Katze viel verspielter oder munterer ist.

2: Ein Abkratzen des Zahnsteins ohne Narkose zwischendurch ist ausreichend.

Tierarztpraxis Astrid Rollin - Tierarzt in Merseburg

Ursache: Dieser Mythos ist vermutlich entstanden, weil viele Menschen Angst vor dem Narkoserisiko haben. Außerdem bieten viele Hundefriseure und Züchter das Abkratzen des sichtbaren Zahnsteins am stehenden Tier an. Hinterher sieht der von außen leicht einsehbare Teil der Zahnkronen sauber aus und der Besitzer hat für wenig Geld und ohne Narkoserisiko ein Ergebnis, das ihn vielleicht sogar zufrieden stellt.

Eine ordentliche Zahnsanierung ist nur in Vollnarkose möglich! Um eine wirkliche Zahnreinigung zu erzielen, muss der Zahnstein sowohl oberhalb als auch unterhalb des Zahnfleisches entfernt werden. Alle Peridontaltaschen müssen sondiert werden. Danach werden ggf. Röntgenbilder der Zähne angefertigt, die tiefe Peridontaltaschen haben oder Frakturen aufweisen. Abschließend werden alle Zahnkronen poliert, um eine möglichst glatte Oberfläche zu schaffen, die gut sauber zu halten ist.

Bei Zahnsteinentfernungen am stehenden Tier werden nur die Außenflächen der Zähne oberflächlich gereinigt, eine gründliche Reinigung der Zahnzwischenräume,
der zungenseitigen Zahnflächen oder eine Reinigung unterhalb der Zahnfleischgrenze ist nicht möglich, genauso wenig wie eine Politur. Häufig ist noch nicht einmal
eine gründliche Maulhöhlenuntersuchung möglich. Aus diesem Grund bleiben kleinere Zahnprobleme unentdeckt, die erst später offensichtlich werden, wenn eine
Behandlung viel schwieriger ist und der Zahn vielleicht nicht mehr erhalten werden kann. Der Besitzer wird in einer falschen Sicherheit gewogen, dass die Maulhöhle seines Tieres gesund ist. Beim bloßen Abkratzen des Zahnsteins wird der Zahnschmelz aufgeraut und da eine Politur nicht möglich ist, lagert sich neuer
Zahnstein viel schneller wieder an als vorher. Zum Schluss muss unterstrichen werden, dass eine solche Prozedur für das Tier unangenehm ist und es bei
Abwehrbewegungen durch die scharfen Instrumente leicht zu Verletzungen in der Maulhöhle kommen kann.

Die Narkosemedikamente, die heute verfügbar sind, sind gut verträglich und auch bei alten Patienten – z.B. mit Herzerkrankungen- relativ sicher einsetzbar. Es besteht kein Grund, ein älteres Tier die letzten Jahre seines Lebens mit Zahnschmerzen verbringen zu lassen. Sollten Sie Fragen oder Sorgen bzgl. dieser Thematik haben, sprechen Sie uns bitte an.